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Die Essener Schriftrollen


1. S C H R I F T R O L L E


Inhalt der ersten Schriftrolle, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in
einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.

* * * * * * *
Mein Herz ist ein Garten, genannt Eden. Mein Garten ist fruchtbar und schpferisch. Die Samen die in meinen Garten fallen, brauchen nur geringe Frderung, um zu blhen. Wie der Urgarten Eden kann er ein Segen oder ein Fluch sein. Ein ungepflegter Garten wird zu einem Dschungel, und kein Garten bringt mehr Wachstum hervor als der Garten meines Herzens und meines Gemtes.

Wenn Unkraut und Disteln gepflanzt werden, so sind sie es, die wachsen. Sie werden die Blumen meines Herzens, die Lebensfreude, ersticken und verderben.

Der Meister hat gesagt: Wie der Mensch in seinem innersten Herzen denkt, so ist er. Was ich in
meinem Garten gepflanzt habe, ist, was ich bin, oder besser gesagt, ist, was ich glaube zu sein, und
alles, was ich je in meinem Leben erfahren werde, ist, was ich im Garten meines Herzens pflanze.

Wenn ich Samen des Schmerzes und der Zurcksetzung se, so pflanze ich in meinen Garten die
berzeugung, ungeliebt zu sein, pflanze Dornen des Schmerzes und der Benachteiligung, Selbstmitleid wird die Erfahrung meines Lebens sein.

Ich bin ein Grtner. Mein Herz ist mein Garten. Man nennt es auch das Unbewute oder das
Unterbewute. Ob Herz oder Gemt mein Garten ist der Ort, wo ich Worte, Gedanken berzeugungen und Ideen gepflanzt habe. Diese Samen sind lange gepflegt worden und haben als Frchte die Art und Weise erzeugt, wie ich die Welt sehe und erfahre.

Ich bin ein Grtner und ein Denker. Meine Gedanken kommen aus meinem Garten, und meine Worte und Gedanken sen wiederum die Blumen oder das Unkraut.

Wie jedermann spreche auch ich zu mir selbst. Meine Gedankenwelt ist jeden wachen Augenblick ttig und mein Sinn ist voller Worte, Gedanken und Meinungen. Die Worte und Gedanken, die Meinungen und berzeugungen sind Erzeugnisse meines Gartens, und sie sind wiederum Samen und Dnger fr meinen Garten, so da die Pflanzen, die darin wachsen, seien sie gut oder schlecht, jeden Tag strker werden, tiefere Wurzeln schlagen und immer berzeugender wirken.

Mein Sinn ist voller berzeugungen, Gewohnheiten und Beschreibungen. Wenn ich in einem Gesicht einen Ausdruck sehe, neige ich dazu zu sagen: Das bedeutet..., und wenn meine Interpretation fr mich vorteilhaft zu sein scheint, reagiere ich mit einem Aufleuchten von Befriedigung und beglckwnsche mich. Sagt meine Interpretation aber, der Gesichtsausdruck sei unfreundlich gewesen und bedeute Ablehnung und Mibilligung, so lasse ich in mir ein Gefhl des Verletztseins hochkommen und tadle die Person, deren Gesichtsausdruck ich interpretiert habe.

Ich war mir bis jetzt nicht bewut, da das Muster fr meine Interpretation in meinem eigenen Garten gewachsen ist. Ich war mir nicht gewahr, da Vertrauen und Selbstwertgefhl, das Wissen, da ich goldrichtig bin und geliebt werde, Blumen aus meinem eigenen Garten sind.

Von heute an beginne ich ein neues Leben. Ich pflanze einen neuen Garten und ernte neue Gedanken und berzeugungen.

Ich bin verantwortlich fr die Gedanken, die ich hege. Ich bin berzeugt, da ich zu mir selber
spreche, wie ich das ja auch immer schon getan habe.

Ich bin der Meistergrtner meines Lebens. Ich kann nunmehr die Verantwortung fr das bernehmen, was ich zu mir selber sage. Ich bin verantwortlich fr meine berzeugungen. Wie ich mich jeden Tag fhle, wird das Resultat dessen sein, was ich zu mir selber sage und was ich immer wieder zu mir gesagt habe.

Wenn ich es sehr schwierig finde, wunderbare und liebevolle Urteile ber mich selbst zu mir zu
sagen, so kommt das daher, da diese einsam stehende kleine Blume des Selbstwertes, die ich heute
pflanze, von den Tausenden, ja Millionen Unkrutern, die ich gepflanzt und genhrt habe, fast
erstickt wird.

Heute pflanze ich einen neuen Garten. Es ist ein Garten der Freude und neuen Lebens. Die Erzeugnisse meines Gartens werden Gesundheit, Wohlstand und Gte sein. Mein neuer Garten wird mich ernhren mit vielfltigen, bedeutungsvollen Freundschaften. Frohsinn und Zufriedenheit werden im Garten meines Herzen reifen.

Wucherndes Unkraut ist in meinem Garten, weil ich immer wieder an Mangel und Einschrnkungen gedacht habe. Samen werden gest durch Wiederholung. Es bildet sich ein Gedankenmuster, und das Unkraut wird bewssert und genhrt, so oft ich mit Zurcksetzung, Demtigung, Zorn, Groll oder Eifersucht reagiere.

Auch mein neuer Garten wchst durch Wiederholung. Neue Gedanken bauen sich auf zu neuen Denkmustern, und freudige, krftigende, nhrende Gedanken werden zu verwurzelter Gewohnheit. Mein neuer Garten wird mein neues Leben, meine neuen Sitten und eine neue Weise, mich selbst zu sehen.

Heute fange ich an, eine neue Gewohnheit anzunehmen. Ich schaffe starke und tiefe Wurzeln
verantwortungsbewuten Denkens, indem ich mich an das folgende tgliche Programm halte:

Die Schriftrolle, die ich in der Hand halte ist ein Bija (ausgesprochen bi-ha). Das Wort Bija
bedeutet Samen. Die Bija-Schriftrollen enthalten die Samen frhlicher, positiver, liebevoller und
gesunder Gedanken, die in meinem Garten wachsen sollen.

Ich will mich mit solchen Gedanken mit aller Sorgfalt vertraut machen und darber wachen, da sie
meinen Sinn erfllen mit neuen berzeugungen, Denkmustern und Handlungsweisen.

Jeden Tag werde ich meinen Sinn, mein Herz und meinen Garten in gleicher Weise wie meinen physischen Krper ernhren.

Jeden Tag werde ich die Worte dieser Schriftrolle wie eine Mahlzeit zu mir nehmen und die darin
enthaltenen Gedanken verdauen. Das erste Mal werde ich sie beim Aufstehen lesen, damit die ersten Gedanken meines Tages, die meine Gemtslage und meine Erwartungen bestimmen, nhrend und heilend sind und mich zur gttlichen Quelle meines Seins erheben.

Ich werde die Bija-Schriftrolle wieder zur Mittagszeit lesen, um die starken Wurzeln meiner neuen
Denkgewohnheiten und einer neuen Lebensweise zu ernhren. Und jeden Abend werde ich die
Bija-Schriftrolle lesen, so wie ich stoffliche Nahrung zu mir nehme.

Ein viertes Mal werde ich die Schriftrolle wiederholen, wenn ich zu Bett gehe, damit ich mit den
Gedanken einschlafe, die ich fr meinen schnen Garten ausgewhlt habe.

Ich werde die Worte dieser Bija-Schriftrolle schweigend oder laut whrend dreiig Tagen viermal
wiederholen. Dann will ich mich der zweiten Schriftrolle zuwenden.

Dazu verpflichte ich mich heute.

Ich will in mir einen neuen Garten pflanzen. Heute bernehme ich die Verantwortung fr die Gedanken, die ich hege, und fr alles, was ich glaube.

Ein Jahr lang werde ich diese bung auf mich nehmen. Jeden Tag werde ich meinen Sinn und mein Herz viermal mit Samen-Gedanken fllen und dadurch mein Wesen verndern.

Es gibt zwlf Bija-Schriftrollen. Jeden Monat fr ein Jahr werde ich eine neue Bija-Schriftrolle
vornehmen, um meinen Garten mit neuem Leben zu erfllen.

Dazu verpflichte ich mich heute vor mir selber.

Ich werde nicht wanken.

Ich bin mir selber wichtig genug, um meine Verpflichtung einzuhalten und ein neues Leben aufzubauen.

Heute habe ich ein neues Leben begonnen, einen neuen Garten angelegt, und ich bin erfllt von Dankbarkeit.

Copyright 1983, The Paul Solomon Foundation

 



2. S C H R I F T R O L L E


Inhalt der zweiten Schriftrolle, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in
einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Ich besitze im berflu, wessen alle Menschen bedrfen. Ich bin eine Quelle der Liebe und Anteilnahme.
Dies ist das Geheimnis eines erfolgreichen Lebens: Es gibt keine grere Macht und Kraft als die
Liebe. Muskeln knnen einen Schild spalten und sogar Leben vernichten, doch nur die unsichtbare
Kraft der Liebe kann Herzen ffnen und die Seele nhren. Solange ich die Kunst der Liebe nicht
beherrsche, kann ich dem Zwecke meines Daseins nicht gengen. Liebe ist das wirkungsvollste Mittel fr den Zugang zu Mitmenschen, dem sich niemand verschlieen kann. Meinen Gedankengngen mgen sie widersprechen, mein Gesicht ablehnen, meine Ideen mgen Argwohn erregen, meine Liebe jedoch wird Herzen erweichen, so wie die Sonnenstrahlen das hrteste Eis zum Schmelzen bringen.

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Wie verwirkliche ich sie? Ich werde alle Dinge mit Liebe betrachten und werde wiedergeboren sein. Ich liebe die Sonne, die mich erwrmt; ich liebe aber auch den Regen, der meinen Geist reinigt. Ich liebe das Licht, denn es zeigt mir den Weg; doch ich liebe auch die Finsternis, denn sie zeigt mir die Sterne.
Ich heie das Glck willkommen, das mein Herz erweitert; ich will aber auch Traurigkeit ertragen und sie zu meinem Besten wenden. Ich will Belohnungen annehmen, denn sie stehen mir zu; aber auch Hindernisse werde ich begren, denn sie fordern mich heraus.

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Und wen will ich lieben? Ich liebe meine Quelle, die mir das Leben verliehen hat. Mit tiefer
Dankbarkeit anerkenne ich, wie herrlich ich erschaffen bin, in Anlage und Aufbau so vielfltig und
wunderbar, da die Vorstellungskraft es nicht erfassen kann. Ich erkenne, wie fair und empfnglich
ich bin, so sehr, da meine Gedanken und meine berzeugungen mich zu heilen vermgen und mich froh und leistungsfhig machen knnen, da sie aber auch imstande sind, das erstaunliche Gebilde zu zerstren, das ich von meinem Schpfer empfangen habe. Ich liebe meine Quelle, die mir das Leben und alle Mglichkeiten verliehen hat. Ich erkenne, da mich meine Quelle mit zahlreichen Mglichkeiten der Wahl und der Erfahrungen ausgestattet hat. Ich kann das Gute oder das Bse, Freude oder Traurigkeit whlen. Dafr liebe ich meine Quelle, und so lange ich liebe, werde ich die Mglichkeiten der Wahl erkennen. Erfllt von meiner Liebe bin ich dankbar fr das, was ich bin.

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Und wie werde ich reden? Ich mache es zu meiner Pflicht, Lob zu finden und auszudrcken fr meine Feinde, und sie werden zu Freunden. Niemand ist ein Feind, es sei denn, er wurde verletzt. Ich bin dazu geboren, Liebe zu geben und Vorbild zu sein fr alle, die andere verletzen. Niemand ist bse, es sei denn, er fhlt Schmerz; meine Liebe lindert Schmerzen. Ich will meine Freunde ermutigen, und sie werden zu meiner Familie zhlen. Immer will ich nach Grnden fr ein Lob suchen, niemals nach Ausflchten, um ble Nachrede zu entschuldigen. Wenn ich versucht bin, Kritik zu ben, werde ich mich in die Zunge beien; wenn ich zum Lobe bewegt bin, werde ich dafr sorgen, da es gehrt wird.

Sprechen nicht die Vgel, der Wind, das Meer und die ganze Natur mit Musik das Lob ihres Schpfers? Kann ich nicht mit der gleichen Musik sprechen, um zu offenbaren, da Er mich nicht armselig erschaffen hat? Ich mu wissen, da alle Menschen so wunderbar geschaffen sind wie ich, und da es so wie mir auch den anderen schwerfllt, diese Schnheit und Vollkommenheit zu zeigen. So will ich denn meine Quelle lieben, indem ich ihr Schpfungswerk in allen Menschen und in der ganzen Natur liebe. Ich will hinfort stets an dieses Geheimnis denken, und es wird mein Leben verndern.

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Und ich liebe nicht nur deshalb, um freundlich und nett zu erscheinen, obwohl auch das schon viel
bedeutet. Ich liebe vor allem, weil Liebe wirkt und weil sie mein bestes Werkzeug ist, um mit den
Lehren des Lebens fertig zu werden und seine Mglichkeiten zu nutzen. Ich liebe, weil mich die Liebe stark macht und weil sie Ergebnisse zeitigt. Mit ihr werde ich die Mauern aus Mitrauen und Ha niederreien, welche Menschen um ihre Herzen errichtet haben und an ihrer Stelle werde ich Brcken bauen, so da meine Liebe Zugang zu ihren Seelen findet. Ich liebe die Ehrgeizigen, denn sie knnen mich begeistern. Ich liebe die Versager, denn sie belehren mich. Ich liebe die Knige, denn es sind Menschen. Ich liebe den Demtigen, denn er ist gttlich. Ich liebe die Reichen, denn sie sind so allein! Ich liebe die Armen, die so zahlreich sind. Ich liebe die Alten, denn sie haben teil an der Weisheit. Ich liebe die Schnen, deren Augen Traurigkeit verraten, und die Hlichen, die den Frieden haben.




Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Aber wie werde ich auf die Handlungen der anderen antworten? Mit Liebe. Denn so wie die Liebe meine Waffe zur ffnung der Menschenherzen, ist sie auch mein Schild, um die Pfeile des Hasses und die Speere des Zornes abzuwehren. Gegnerschaft und Entmutigung werden gegen meinen neuen Schild schlagen wie sanfter Regen. Mein Schild wird mich auf dem Marktplatz schtzen und wenn ich allein bin. Er wird mich in den Augenblicken der Verzweiflung sttzen und mich beruhigen, wenn ich mich hinreien lasse. Ich werde mit seiner Hilfe strker und geborgener, bis ich Ihn eines Tages zur Seite stellen und unbeschwert unter den Menschen einherschreiten kann. Dann werde ich in ein neues Leben eingehen.

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Wie werde ich mich denen gegenber verhalten, die mir begegnen? Nun in dieser Weise: Mit innerer Ruhe, und indem ich wortlos zu ihm sage: Ich liebe Dich. Obwohl unausgesprochen, werden diese Worte in meinen Augen aufleuchten, meine Brauen gltten, ein Lcheln auf meine Lippen zaubern und in meiner Stimme mitschwingen. Und sein Herz wird sich ffnen. Wer wird zu mir nein sagen knnen, dessen Herz meine Liebe fhlt?

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

Und vor allem werde ich mich selbst lieben. Deshalb werde ich eifrig alle Dinge prfen, die in
meinen Krper, meine Gedanken, in mein Herz und meine Seele dringen. Nie werde ich den Begierden meines Fleisches nachgeben, sondern meinen Krper mit Reinheit und Mahalten pflegen. Ich werde es meinem Gemt nicht erlauben, zu bel und Verzweiflung hinzuneigen, sondern ich werde meinen Sinn mit ewiger Erkenntnis und Weisheit strken. Nie werde ich meiner Seele erlauben, selbstzufrieden zu werden, sondern ich werde sie nhren mit Meditation und Gebet. Nie werde ich meinem Herzen gestatten, klein und bitter zu werden, es vielmehr ausdehnen und mit anderen teilen, so da es die Erde wrmt. Was ich bin, braucht Liebe, und es ist meine Verantwortung, all das zu lieben, was ICH BIN. Geborgen in dieser Liebe bin ich frei, anderen Liebe zu geben.

Ich gre diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe.

An diesem heutigen Tag liebe ich die ganze Menschheit. Von diesem Augenblick an ist jeder Ha aus meinen Adern verschwunden, denn ich habe keine Zeit zu hassen, nur Zeit zu lieben. Von jetzt an unternehme ich den ersten Schritt, um ein Mensch unter Menschen zu sein. Mit der Liebe wchst meine Leistungsfhigkeit, und ich lebe als Kind Gottes. Auch wenn mir alle anderen Fhigkeiten fehlen, werde ich allein durch die Liebe erfolgreich sein. Ohne sie mte ich scheitern, auch wenn ich alle Kenntnisse und Geschicklichkeiten der Welt bese.

Ich gre diesen Tag mit Liebe und bin gesegnet.

Copyright 1983, The Paul Solomon Foundation





3. S C H R I F T R O L L E


Inhalt der dritten Schriftrolle, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in
einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.

* * * * * * *

Fr alle meine Gedanken und Handlungen gibt es einen Grund, nmlich die Erwartung eines fr mich gnstigen Ergebnisses. Wenn ich Tagtrume, erwarte ich vielleicht, der Langeweile zu entgehen oder zu erleben, da meine Vorstellung Wirklichkeit wird. Vielleicht erwarte ich tieferes Wissen, Bewutsein oder gesteigertes Denkvermgen. Oder ich mache mir Sorgen, um mich davon zu berzeugen, da ich ein verantwortungsbewuter Mensch bin. Es gibt die verschiedensten Wnsche und Erwartungen, sogar solche, die ich nicht gerne eingestehen mchte.

Manchmal bin ich getrieben vom Wunsche nach Geld und Besitz; dann sind meine Gedanken und Handlungen darauf gerichtet.

Ich mag getrieben sein durch ein Bedrfnis nach Applaus und Zustimmung. Ich mchte den anderen gefallen.

Oft bin ich durch den Drang motiviert, recht zu haben. Ich mag es gar nicht, da meine Ansichten und Handlungen als falsch eingestuft werden.

Manchmal ist der Wunsch nach Vergngen die Triebfeder; das Leben soll mir etwas bieten und mich befriedigen. Doch der strkste Antrieb fr meine Gedanken und Handlungen ist meine Sehnsucht nach Liebe.

Wenn ich mich geliebt wei, habe ich wenig Verwendung fr Geld. Manchmal gibt es mir zwar ein Gefhl der Sicherheit, aber nicht entfernt so nachhaltig wie es die Liebe vermag.

Wenn ich mich geliebt wei, brauche ich Applaus und Zustimmung nicht; Liebe ist an sich schon
Beifall und Zustimmung.

Wenn ich mich geliebt wei, brauche ich nicht recht zu haben. In Gegenwart eines Menschen, der mir seine Liebe schenkt, brauche ich mich meiner Fehler nicht zu schmen; ich schtze es sogar, wenn er mich liebevoll auf sie aufmerksam macht.

Wenn ich mich geliebt wei, gibt es fr mich kein greres Vergngen; andere Vergngen sind fade oder lediglich ein Mittel, meiner Liebe Ausdruck zu verleihen und Liebe zu erleben.

Nichts befriedigt tiefer als Liebe. Wenn ich mich geliebt wei, so bin ich zufrieden, jedoch nicht
selbstgefllig. Ich werde weiterhin zu Gedanken und Handlungen angetrieben, habe Ziele, Ideale,
sogar Ehrgeiz. Aber meine Ziele und mein Ehrgeiz sind nicht mehr Ausdruck der Unsicherheit; ich
brauche niemandem mehr etwas zu beweisen.

Wenn ich mich geliebt wei, sehe ich mich zu liebevollem Handeln veranlat. Ziele und Ehrgeiz sind Ausdruck meines Bedrfnisses, Freude zu geben und zu teilen.

Liebe ist eine berlebensfrage. Ich brauche Liebe oder einen Liebesersatz, buchstblich um berleben zu knnen. Viel zu viele Menschen sind aus Mangel an Liebe gestorben. Fr Liebe gibt es mannigfaltigen Ersatz: Macht, Geld, materiellen Besitz, Popularitt und Ruhm. Sogar Abscheu und Ha sind Liebesersatz. Jede Form markanter Beachtung kann als Liebesersatz dienen.

Liebesersatz befriedigt indessen nicht wirklich. Bestenfalls bietet er nur zeitweilige Betubung und
ruft wie ein Rauschgift nach Steigerung. Ist Macht mein Liebesersatz, so brauche ich heute mehr
davon als gestern. Das gleiche gilt fr Geld, Ha, Mitleid und alle anderen Formen markanter
Beachtung, mit Ausnahme der Liebe.

Alle Menschen wollen das Gefhl haben "es macht etwas aus, da ich lebe." Deshalb halten wir alle Ausschau nach Besttigungen und Zeichen, aus denen wir schliessen knnen, da "es etwas ausmacht, da ich existiere." Jede zugefgte Unbill, jeder Streit und jeder Krieg ist Ausfluss des Hungers nach Anerkennung der Tatsache, "da ich etwas ausmache." Jedes jemals begangene Verbrechen ist die Folge dieser Lebensnotwendigkeit. Der Verbrecher sagt sich im innersten Herzen, "ich mache etwas aus, und wenn mir diese Gewiheit nicht gtlich zuteil wird, so werde ich euch zeigen, da man mit mir zu rechnen hat." Selbst Vlker hegen diesen gemeinsamen Gedanken: "Mit uns hat man zu rechnen. Und wenn eure Worte und Handlungen dies nicht zum Ausdruck bringen, so tten wir eure jungen Mnner, wie wenn es auf sie nicht ankme, und das wird euch veranlassen zu erkennen, da man mit uns zu rechnen hat."

Dieses Bedrfnis nach Anerkennung der Tatsache, da ich wichtig bin, ist nichts anderes als der
Wunsch, geliebt zu werden. Wenn ich geliebt werde, so wei ich, da ich von Bedeutung bin, da meine Existenz fr den oder die Menschen, die mich lieben, wichtig ist. Ich brauche keinen anderen Beweis. Ich werde geliebt, das gengt.

Ich habe einen Krper, eine Persnlichkeit, Verstand und Geist. Ein kleines Kind wohnt in mir; es
ist der kindliche verwundbare Teil meiner selbst. Alle diese "Teile" bedrfen der Liebe, um gesund
zu bleiben und zu berleben. Ich bin fr sie verantwortlich. Vielleicht empfange ich Liebe von
anderen, vielleicht auch nicht. Die anderen werden mein Wesen nicht immer billigen oder mir
zustimmen. Oft werden sie mir sogar zu verstehen geben, da sie mich fr vllig bedeutungslos
halten. Jedoch dieses eine wei ich:

ICH WERDE GELIEBT.

0b ich mich geliebt wei, ist mein Entscheid und meine Verantwortung. Ich akzeptiere die
Verantwortung, all das zu lieben, was ICH BIN. Jeden Tag will ich mehrmals daran denken, da ich geliebt bin. Ich selber liebe mich. Ich bin mir selber wichtig, ganz gleichgltig, ob es anderen von Bedeutung scheint oder nicht, da ich lebe, und das gengt.

Ich mchte gewi von anderen geliebt werden; wenn mich aber auf der ganzen Welt niemand liebt, bin, ich doch goldrichtig. So habe ich beschlossen: ICH WERDE GELIEBT. Ich will die anderen lieben und selber geliebt werden. Ich liebe die anderen, ob sie mich lieben oder nicht. Es gibt keinen Grund, irgend jemanden meiner Liebe zu berauben. Ich anerkenne aus freien Stcken, wie wichtig es ist. "da Du lebst." Ich mchte das den anderen so deutlich zu verstehen geben, da sich niemand veranlat fhlt, seine Wichtigkeit durch bsartige Handlungen unter Beweis zu stellen.

Der empfindlichste Mangel in der Welt ist der Mangel an Liebe. Der Hunger nach Liebe ist die Wurzel aller Verbrechen, auch der Grund aller Schmerzen und Leiden. Mangel an Liebe und Anerkennung ist auch der tiefere Grund aller Kriege. Hunger, Armut und Mitrauen sind die Folgen von Liebesersatz und schreien nach wahrer Liebe.

Liebe vermag Jedes bel in der Welt zu ndern, den Krieg zu verhindern und Frieden zu bringen. Liebe ist der geheime Weg, eine Gesellschaft ohne Verbrechen herbeizufhren. Liebe kann eine ausgeglichene Verteilung der Gter dieser Erde bewirken und allen zu einem menschenwrdigen Dasein verhelfen. Da wo die Wohlhabenden die Habenichtse lieben, gibt es keine Armut.

Heute mache ich die Liebe zu meiner Pflicht. Ich will mithelfen, die Erde zu verndern. Ich kann
schon heute im Himmelreich leben. Es ist dies ein Bewutseinszustand, in welchem ich mich geliebt wei und andere vorbehaltlos liebe. Von heute an liebe ich mich selbst.
Ich liebe, was ICH BIN. Ich liebe nicht all das, was ich getan habe. Ich Liebe meine Fehler nicht, aber ich wrdige das, was ich aus ihnen gelernt habe, und Liebe mich, auch wenn ich Fehler mache.

Ich vergebe all denen, die mich nicht lieben und vielleicht nicht lieben knnen. Ich liebe sie
trotzdem.

Heute entlasse ich meine Familie, meine Freunde und meinen Ehepartner aus der Tyrannei meines
Hungers nach Liebe. Nicht lnger werde ich ihnen durch Worte oder mein Verhalten zu verstehen geben:
"Ich brauche Deine Liebe; ich bin verletzt und werde bse, wenn Du mich nicht liebst."
Von heute an Liebe ich mich selbst.

ICH LIEBE MICH.

ICH BIN GELIEBT

ICH BIN GELIEBT UND ES IST WUNDERBAR.

WEIL ICH MICH LIEBE, BIN ICH FREI, DICH ZU LIEBEN.

ICH BIN GELIEBT UND ICH BIN DANKBAR.

Copyright 1983, The Paul Solomon Foundation




4. S C H R I F T R O L L E


Inhalt der vierten Schriftrolle, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in
einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.

* * * * * * *
Ich bin soviel wert wie mein Wort.
Ohne Integritt bin ich nichts.
Nichts kann ohne Integritt existieren.

Das Wort Integritt will heien, "als Ganzheit existieren", ganz und vollstndig sein, und es
bedeutet Ehrlichkeit, Verllichkeit und die Festigkeit, eingegangene Verpflichtungen stets einzuhalten.

Mein grter Wunsch ist es, mit der Quelle meines Lebens eins zu werden. Als wichtige Stufe in
dieser Richtung mu ich lernen, durch und durch ehrlich zu sein. Ich lerne mit mir und anderen
ehrlich zu sein. Durch unbedingte Aufrichtigkeit Zugang zu meinem Selbst zu suchen, mag unter
Umstnden bedrohlich erscheinen; jedoch es gibt nichts Bedrohlicheres als Mangel an Ehrlichkeit und Integritt. Ich darf meine Ganzheit nicht spalten, indem ich wider besseres Wissen eine Unwahrheit sage. Anderen gegenber absolut ehrlich und wahr zu sein, kann sich fr mich niemals auch nur entfernt so nachteilig auswirken wie ein Versto gegen die Wahrhaftigkeit und Integritt, der mein Wesen buchstblich zerstrt.

An diesem heutigen Tag verpflichte ich mich zur Integritt. Ich bin soviel wert wie mein Wort.
Jedesmal, wenn ich ausdrcklich oder stillschweigend eine Verpflichtung eingehe, will ich es als
Ausdruck meines Lebens und meiner Ganzheit betrachten, sie auch einhalten; denn wenn ich nicht zu meinem Wort stehe, bin ich nicht Integer. Wenn ich nicht Integer bin, habe ich mein Dasein
verleugnet. Ohne Integritt bin ich bedeutungslos, zerfallen.

Von diesem heutigen Tage an betrachte ich es als Ehre und Freude, zum Abschluss gltiger
Vereinbarungen und Verpflichtungen fhig zu sein. Es ist mir eine Ehre und Freude, sie zu erfllen.
Ein gebrochenes Versprechen ist eine Lge. Ich darf die Erfllung einer Verpflichtung nicht von
Bedingungen abhngig machen, die ich nicht schon bei ihrem Eingehen gestellt habe. Ich kann eine
Verpflichtung nicht brechen, ohne meine Ganzheit, meine Integritt zu verlieren.

Ich will mein Selbst, meinen Wert und meine Ganzheit nicht durch leichtsinniges Eingehen und Brechen von Verpflichtungen verlieren. Ich will eins und ganz sein. Ich werde eins mit der Quelle meines Lebens. Sie ist das Wesen der Integritt wie auch der Liebe. Der Bruch einer Verpflichtung ist ein Mangel an Liebe.

Von diesem Tage an will ich Liebe und Integritt zu meinem Wesen machen. Von heute an gelobe ich, Versprechen und Verpflichtungen verantwortungsbewut und mit Liebe einzugehen. Ich gelobe, da meine Versprechungen und Verpflichtungen von jetzt an echt sind und da ich sie halten werde. Ich gelobe, nur die Wahrheit zu sagen. Alle die mich kennen, werden wissen, da mein Wort auch mein Wert ist.

Ich kann mich auf mich verlassen.

Du kannst Dich auf mich verlassen.

Gott kann sich auf mich verlassen.

Ich bin soviel wert wie mein Wort.

Ich bin mein Wort.

Mein Wort ist der Ausdruck Gottes in mir.

Ich bin ein Ausdruck Gottes.

Was ich bin, ist Gott, der sich durch mich offenbart.

Mein Versprechen verpflichtet Gott in mir. Dies ist es, was ich bin. Helfe mir Gott, mit Dir eins zu
sein, ganz, vollkommen und integer.

Helfe mir Gott, in groen und kleinen Dingen die Wahrheit zu sagen und mein Wort zu halten.

Copyright 1983, The Paul Solomon Foundation.






5. SCHRIFTROLLE

 

Inhalt der fnften Schriftrolle, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in
einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.

* * * * * * * * * *

In dieser Welt dienen alle Menschen einem von 2 Herrn:

Mit jedem Gedanken und jeder Tat dienen wir entweder der Liebe,
oder der Furcht.

Wenn ich mich mit meinen Mitmenschen ohne Furcht verbunden fhle,
diene ich der Liebe.

Man hat mich gelehrt, mich zu behaupten und stets wachsam zu sein,
damit mich niemand verletze oder betrge.
Jetzt wei ich, da niemals irgend jemand versuchen wird,
mich zu verletzen oder unfreundlich zu behandeln,
es sei denn, er fhlt sich ungeliebt.
Ich will mich vor dem Ungeliebten nicht mehr frchten,
wenn er sich unfreundlich zeigt.
Ich werde es dem Unkraut der Rache nicht mehr erlauben,
im Garten meines Herzens Wurzeln zu schlagen.
Mitgefhl wird meine Antwort denen gegenber sein,
die mir Schaden wollen,
weil sie sich von Furcht und Lieblosigkeit leiten lassen.

Liebe ist strker als Furcht und kann mich weise machen.
Jedesmal, wenn ich versucht bin, zurck zu schlagen,
wird mir die Liebe einen besseren Weg zeigen.

Verletzungen und Schmerzen sind kurzlebig,
von Dauer aber sind Wrde, Selbstwertgefhl und Genugtuung darber,
strker zu sein als der belwollende.

Was fr jeden Menschen lebensnotwendig ist, besitze ich in Flle:
Liebe und Anteilnahme.

Liebe fliet als Lebensblut durch meine Adern
und zeigt mir den Weg zu Geist und Wahrheit.
Liebe als einziger Lebensquell hat mich geboren.

Wenn ich meine Mitmenschen ohne Vorbehalte so annehme,
wie sie sind und ihnen meine Zuneigung nicht verweigere,

strahle ich Liebe aus und gebe ihnen ein Gefhl der Geborgenheit.
Damit frdere ich das Beste in ihnen.

Von heute an will ich allen, die in mein Leben treten,
auf diese Weise begegnen, auch wenn sie lieblos handeln.
Selbst die Grausamen und Zerstrerischen
schliee ich von meiner Liebe nicht aus.

Zwar werde ich niemals Taten billigen,
die anderen Schmerz und Leiden zufgen,
doch werde ich sowohl fr die Verursacher,
wie auch fr die Betroffenen, Mitleid und Liebe fhlen.

In jedem von Gott geschaffenen Lebewesen steckt etwas,
das es zu lieben gilt und das Liebe braucht.
Ich anerkenne das heute und spende Liebe.

Wohl das schlimmste Verbrechen ist Mord.
Wenn ich aber einem Mrder meine Liebe versage,
habe ich das gleiche Verbrechen begangen,
denn ich habe ihm die Quelle des Lebens vorenthalten
und ihn in meinen Gedanken zu einem Toten gemacht.
Wenn ich hasse, bin ich ein Mrder.

Die Menschheit wnscht sich manche Gaben,
die ich ihr unter Umstnden gewhren kann:

Mit der richtigen Einstellung habe ich die Gabe des Heilens.
Wenn ich richtig zu hren verstehe, kann ich Vorhersage machen.
Wenn ich lerne, kann ich die Gabe des Lehrens mit anderen teilen.
Wenn ich stark bin, kann ich anderen den Weg zeigen.
Mit der Gabe des Geistes kann ich anderen Kraft und Zuversicht vermitteln.
Immer kann ich Mut wecken und Hilfe gewhren.

Der Gaben sind viele,
doch die grte ist die Liebe.

Ich habe immer Geistesgabe gewnscht.
Stets sehnte ich mich danach, helfen und dienen zu knnen.
Sei es als Heiler, Prophet, Fhrer oder Weiser.
Die grte Gabe besitze ich jedoch schon heute:

Die Gabe grenzenloser, bedingungsloser Liebe.

Ich kann Liebe geben und empfangen und will beides
heute und immer tun.

Ich liebe, was ich bin - im Erfolg und wenn ich strauchle.
Die Quelle meines Lebens und mein Selbst
lieben mich vorbehaltlos und immerdar.
Und ebenso gebe ich bedingungslose Liebe,
auch wenn die anderen meine Erwartungen nicht erfllen.
Meine Liebe wchst, je mehr ich davon austeile, und ist unerschpflich.
So, wie ich Liebe gebe, empfange ich Liebe
und Liebende verleihen meinem Leben Flle.



Niemand kann mein Feind sein.
Ich lasse es nicht zu.
Ich habe die Wahl, jemanden als mein Feind zu betrachten oder nicht.
Und ich mchte in meinem Leben keinen haben.
Ich will diejenigen, die meine Feinde sein knnten,
lieben, und sie werden zu meinen Freunden.
Ich werde sogar lieben, wer mir keine Gegenliebe zeigt und ihm vergeben.

Heute verpflichte ich mich
zur bedingungslosen Liebe und bitte um Hilfe.
Ich bitte die Quelle aller Liebe
mir die Kraft, den Willen und die Fhigkeit zu verleihen,
meine Verpflichtung wahr zu machen.

Gott lehre mich zu lieben.
Lehre mich ohne Vorbehalte und Bedingungen zu lieben.
Gewhre mir,
da ich die Liebe selbst sein kann.

Liebe ist, was ich bin.

6.SCHRIFTROLLE


Inhalt der sechsten Schriftrolle, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in
einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.

* * * * * * *

Meine Gefhlswallungen gehren mir; ich bin sie nicht. Meine Emotionen sind eine wunderschne,
gefhlvolle Art und Weise, mich selbst und meine Beziehungen zu dieser Welt auszudrcken.


Meine Emotionen sind das Ergebnis dessen, was ich glaube. Wenn ich an einen bestimmten Zwischenfall oder eine gegebene Lage keinen Glauben hefte, so habe ich deswegen auch keine Gefhlswallung.

Mein Glaube mag die Annahme beinhalten, da gewisse Dinge gut oder bse, recht oder schlecht,
vielleicht auch bedrohlich sind. Sobald ich mir Rechenschaft gebe, das meine Beurteilungen eben
Urteile sind (gut, bse, richtig, falsch, bedrohlich), dann wird mir klar; Es steht mir frei, meinen
Glauben und meine Urteile zu ndern und unangenehme Zwischenflle und Geschehnisse ihrer
"emotionalen Ladung" zu entkleiden.

Nichts kann mich unglcklich, zornig, verzweifelt oder ngstlich machen, wenn ich ihm nicht die
Kraft und Erlaubnis gebe, dieses zu bewirken.

Jederzeit obliegt mir allein die Entscheidung darber und die Verantwortung dafr, wie ich mich
fhle. Ich kann whlen, ob ich frhlich, glcklich, ruhig und vertrauend sein will.

Ich habe das absolute Recht, heute glcklich zu sein. Ich brauche mich nicht dafr zu entschuldigen, wenn ich reine Freude empfinde und zeige.

Copyright 1984, The Paul Solomon Foundation.




7.SCHRIFTROLLE

Inhalt der siebten Schriftrolle, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in
einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.

* * * * * * *

Ich bin der Meister meiner Beziehungen, jede bedeutsame Beziehung, die ich mit einem anderen
Menschen geknpft habe, kennzeichnet mein Wirken und dient meinem Bedrfnis zu lernen, zu wachsen und mein eigenes Wesen auszudrcken.

Ich habe hilfreiche Beziehungen geschaffen, in denen ich mich anerkannt und geschtzt fhle, aber
auch solche, durch die ich keine Wertschtzung und Hilfe erfuhr.

Ich lerne erkennen, da jeder mkelnde, unfreundliche Mensch verzweifelt ist und versucht, es mir
kund zu tun. Niemand ist bsartig, der sich wohl fhlt, glcklich, frhlich und selbstbewut ist.
Nur solche Leute sind unfreundlich, denen etwas fehlt. Ruppiges Benehmen verrt verzweifeltes
Bedrfnis nach Liebe, Beachtung, Hilfe und Untersttzung. Die angemessene Antwort ist Mitgefhl und Verstndnis.

Wenn ich mich stark und vertrauensvoll fhle, kann ich meine Anteilnahme und Frsorge gegenber einem unfreundlichen Menschen ausdrcken. Wenn ich mich aber nicht stark, vertrauend und geliebt fhle, so ziehe ich mich am besten zurck und bleibe so lange allein, bis ich mir die Freundlichkeit, Anerkennung und Liebe gewhren kann, die ich selber ntig habe.

Den Entschlu und die Kraft dazu stehen bei mir.

Liebe ist Lebensenergie und Heilkraft. Wenn ich mich geliebt wei, fhle ich mich wohl und getragen. Meine Mitmenschen sind manchmal ausserstande, mir die Liebe zu geben, die ich brauche. Dies ist dann die Gelegenheit, mich auf meine eigene Verantwortung zu besinnen.

Meine Mitmenschen fhlen die Liebe, die ich Ihnen gebe, wenn ich ihnen helfe, sie akzeptiere und
schtze. An mir liegt es, Liebe zu geben oder zu verweigern. Wenn ich mich zu der unfreundlichen
Alternative entschliee, werden sich einige verschmht und daher verletzt fhlen. Andere werden
hingegen einfach feststellen, da ich sie nicht mag, werden sich aber trotzdem vertrauensvoll,
frhlich und erfllt finden. Sie haben sich eben dafr entschieden, frhlich, geliebt und erfllt zu
sein, ohne sich von meinem Verhalten beeinflussen zu lassen.

Es steht in meiner Macht, mich selbst zu lieben, zu akzeptieren und zu ermutigen, so wie ich bin.
Die Beziehung zu mir selbst ist das Allerwichtigste. Alle meine anderen Beziehungen widerspiegeln lediglich die Art und Weise, wie ich zu mir selber stehe. Sogar meine Beziehung zur Quelle meines Lebens hngt davon ab, ob ich mich selber akzeptiere.

Ich brauche Liebe und Selbstwertgefhl fr das berleben. Wenn ich mich selber schtze und von Liebe erfllt bin, wird sie berflieen und allen Menschen entgegenstrmen, denen ich begegne.

Ich bin der Meister meiner Beziehungen. Ich bernehme die Verantwortung fr meine schpferische Kraft der Liebe und des harmonischen, erspriesslichen Umgangs mit allen Menschen.

Copyright 1984, The Paul Solomon Foundation.

 

 

 



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